Montag, 7. Februar 2011

Ich will nicht me-too gefacebookt werden!

"Wenn Sie heutzutage nicht auf Facebook zu finden bist, dann ...".  So, oder ähnlich wird versucht, Unternehmen in die unendlich weite Social Media Welt meist mit rethorischer Gewalt zu infiltrieren. Was wie eine Drohung klingt, ist es auch. Denn das "dann" steht für die Ungewissheit. Ungewissheit für jene, die dazu raten, Ungewissheit für jene, die dem Rat folgen und nicht folgen. Das Resultat, kaum jemand, der nicht ansatzweise darüber nachgedacht hat. Der Großteil (leider keine Prozentangaben vorhanden) jener (also die Nachdenkenden) haben den Schritt dann gewagt und - zumindest bei Facebook - einen Social Media Account wulgo Fanseite eingerichtet. Die Tür zur weiten Welt ist jetzt geöffnet. Obendrauf hat sich der eine oder andere Social Media Experte (sorry - hier spricht wieder einmal der pure Neid) mit Theorie sein tägliches Brot mehr oder weniger schwer verdient. Und dann? Diese Frage stellt sich vor allem Unternehmen, die Facebook als Branding-Instrument benutzen. Eigentlich wollte ich hier das Wort "verstehen" verwenden. Ich habe es nicht. Das wäre gleichzusetzen mit der Behauptung, dass alle, die ein Paar Ski besitzen auch skifahren können.

Leere. Stille. Geduld. Abwarten. Wundern. Me-too posten. Der 2. Schritt im Social Web. Eben, weil das "verstehen" nicht verstanden wird. Es fehlt in vielen Fällen das "Unikate" in der Kommunikation. Da werden Fotos gepostet, dort werden Gewinspiele angekündigt, woanders werden Aufforderungen gemacht der Marke was mitzuteilen oder diese zu empfehlen ... Und so passiert es, dass Fanseiten sich immer mehr anpassen und gleichen. Logisch, schaut man doch immer auf die anderen. Was die können, können wir auch. Aber was ist mit dem "context"? Welcher Zusammenhang besteht zwischen den vielen Postings, Beiträgen und Meldungen und der Marke als Botschafterin? Ist ein klarer Kommunikationsstil erkennbar? Jener Kommunikationsstil, den die Marke auch außerhalb des Webs prägt und lebt.

Mag vielleicht nur an mir liegen, weil ich Dinge etwas penibler betrachte als andere. Aber ich vermisse schon hier und dort das Einzigartige. Jenes gewisse Etwas, was mich zur Marke hingezogen hat. Real wie virtuell. Ich will nicht nur "gewinnspielen" oder "fotoherumalbern". Ich will (das darf ich doch als mündiger Konsument verlangen, oder?) nicht contet-missbraucht werden. Ich will gehätschelt und getäschelt werden (hat jetzt nix mit meinen Kindheitstraumen zu tun). Ich will nicht gelangweilt werden. Ich will unterhalten werden, denn ch liebe das Advertainment. Ich will herausgefordert werden. Ich will angestachelt werden. Ich will die Competition.  Ich will testen. Ich will erleben. Ich will Beweise. Ich will Genugtuung. Ich will das alles im direkten Kontakt zur Marke. Und ich will es persönlich. Nahe. Greifbar. In Echtzeit. Als wäre die Marke stets bei mir.

Das sind viele Wünsche. Aber ich bin ja der Konsument. Und ich habe das Geld, welches mir die Marke aus der Brieftasche nehmen möchte. Also darf ich das verlangen: Ich will nicht mee-too gefacebookt werden!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen